Was sind Hämorrhoiden?

Die Zone der Hämorrhoiden ist eine anatomische Gegebenheit, das heißt, sie ist bei jedem Menschen vorhanden. Sie entspricht Gefäßkissen am Übergang vom Mastdarm zum Analkanal, die mit arteriellem Blut gefüllt sind. Wiewohl rundherum angeordnet, sind in höheren Stadien (siehe weiter unten) nicht alle, sondern meist ein bis drei der Gefäßkissen vergrößert.

Hieraus folgt: Die typische Hämorrhoidalblutung ist fast immer hellrot und manchmal beträchtlich. Aufgrund der Lage gibt es nur innere Hämorrhoiden (die fälschlich so bezeichneten „äußeren“ Hämorrhoiden sind stets vorgefallene, vergrößerte innere Hämorrhoiden). Die Hämorrhoiden liegen in einer Problemzone der Region, denn einerseits münden dort die Analdrüsen (von denen Entzündungen wie Abszess und Fistel ausgehen können); andererseits liegt um den anorektalen Übergang (= Übergang vom Mastdarm zum Analkanal) der Schließmuskel (Sphinkter), der bei Hämorrhoidenoperationen – selten, aber doch – in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

Unter Hämorrhoiden versteht man auch Größenveränderungen verschiedenen Ausmaßes, welche diese Gefäßzone betreffen können. Selbst große und vorgefallene Hämorrhoiden müssen nicht mit irgendwelchen Symptomen einhergehen (Hämorrhoiden als sogenannter „Zufallsbefund“ ohne den geringsten Krankheitswert).

Unter Hämorrhoiden verstehen Patienten, also in der Regel medizinische Laien, auch eine Vielzahl von Beschwerden, die aber – vermutlich in zumindest 50 % der Fälle – durchaus auf andere krankhafte Prozesse zurückzuführen sind. Sind die Hämorrhoiden von Symptomen begleitet, welche die Lebensqualität beeinträchtigen, so spricht man von Hämorrhoidalleiden.

Wie bekommt man Hämorrhoiden und wie lassen sie sich vermeiden?

Für die Ursache von Hämorrhoiden ist nahezu keine der Erklärungen zutreffend, die oft aus Quellen der Volksmeinung herangezogen werden: Es besteht kein Zusammenhang mit Verstopfung, sitzendem oder stehendem Beruf, sportlicher Tätigkeit oder Bewegungsmangel, Ernährung, Leberzirrhose, Krampfadern, Bindegewebsschwäche, Erbgut etc.

Einzig gesichert ist das häufige Auftreten von Hämorrhoiden während oder nach Schwangerschaften oder nach dem Geburtsvorgang. Dies bedeutet, dass man keine Vorsorgemaßnahmen gegen die Entwicklung von Hämorrhoiden treffen kann.

Wenngleich die Verstopfung (= Obstipation) nicht zur Ausbildung vergrößerter Hämorrhoiden führt, neigen vorbestehende größere Hämorrhoiden doch während des starken Pressens beim Stuhlgang häufig zum Vorfall.

So machen sich Hämorrhoiden bemerkbar

Das wesentlichste der Symptome von Hämorrhoiden aller Stadien ist die Blutung (mit oder ohne Stuhlgang), meist hellrot, häufig nur in Spuren am Toilettenpapier, gelegentlich auch massiver. Weitere Beschwerden sind:

  • anales Druckgefühl,
  • Juckreiz,
  • Brennen
  • sowie – in den Stadien III und IV – das unangenehme Gefühl des Prolaps an sich,
  • einhergehend mit einem Nässen (= Sekretion) von der irritierten, nach außen ragenden Schleimhaut.
  • Dies kann gelegentlich mit einer diskreten Stuhlinkontinenz verbunden sein, d. h. einem Verschmutzen der Unterwäsche, weil der Analkanal aufgrund des Prolaps nicht mehr ganz dicht abgeschlossen wird.

Das Symptom Schmerz ist bei Hämorrhoiden verhältnismäßig selten und tritt vor allem auf, wenn diese akut thrombosiert sind (d. h. gefüllt mit hunderten winzigen Blutgerinnseln). Dies nennt man den akuten Hämorrhoidalprolaps, entsprechend einer Komplikation des Stadiums 4: Einer oder mehrere Knoten sind prall geschwollen, derb und eben höchst schmerzhaft. Finden sich bei der Untersuchung keine akut thrombosierten Hämorrhoiden, so ist die Ursache des Schmerzes fast immer eine andere, wie zum Beispiel eine Analfissur oder ein Analabszess.

 

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